„Geister haben feuchte Hände“

Vor dem Eingang der Turnhalle auf dem Pausenhof tummeln sich bereits um 8.30 Uhr Menschen, die gekommen sind, die Stückentwicklung mit Liora Hilb vom Theater La Senty Menti, anzuschauen. Mit schriftlicher Registrierung oder Luca-App wurden die Eltern und andere Gäste hereingebeten, um, mit gehörigem Abstand in der geräumigen Halle Platz zu nehmen. Einer weiteren Klasse war es gestattet, auch zuzusehen, nämlich die, die in diesem Schuljahr mit der Künstlerin weiterarbeiten darf. Ihre Lehrerin, Tatjana Gempp-Friedrich, die bereits 2013 das TUSCH-Projekt an der Bonifatiusschule begann, freut sich schon auf die nächste Runde. Drei Jahre wird eine Partnerschaft gefördert; danach, soll die Kooperation weitergehen, muss die Schule die Mittel dafür selbst besorgen. Das hat die damalige Schulleiterin, Renate Schnur-Herrmann, dann auch vier Jahre lang geschafft! Zwei weitere Jahre wurde die Partnerschaft dann mit tusch+ gefördert: Schule und TUSCH teilen sich die Kosten. Ab diesem Schuljahr steht das Projekt finanziell wieder ganz allein auf den Füßen der Schule: Dennis Piechota als stellvertretender Schulleiter hat es wieder geschafft, die benötigten Mittel „aufzutreiben“.

Feierlich eröffnete er auch den heutigen Vormittag: mit viel Lob an das Engagement und den Einsatz der Künstlerin. Liora Hilb richtet auch noch ein paar Worte an das Publikum: Ihr Dank gilt insbesondere der Lehrerin Bettina Berns, der Schulleitung, den Eltern und, aber vor allem, den kids der 4b, denen sie viel „Verve“ attestierte! War die Hälfte der Klasse bereits beim präsentischen Teil des TUSCHpektakels am 21. Juni im Gallus Theater mit einem Teil des Stückes zu sehen, durften sich heute alle 17 Kinder der Klasse präsentieren: Bühne frei für „Die Hausdurchsuchung der Superdetektive“!

Ein ganzes Haus, mit Kinderzimmer, Küche, Bad, Keller („Geister haben feuchte Hände, schieben sich durch Kellerwände“) wird nach Gespenstern durchsucht von den vier Detektiv*innengruppen: Auge, Nase (Hunde!), Ohr und Pfote (Katzen!), jeweils von vier bzw. einmal fünf Kindern gespielt. Die Gruppen haben eigene Choreographien für Tanz und chorisches Arbeiten. Sprecher*innen „moderieren“ dazwischen, um die Handlung voranzutreiben. Es gibt Tanz, Gesang und Kampfszenen (man wird sich nicht einig, ob es nun Geister gibt oder nicht), Karate und Kaspertheater. So abwechslungsreich die Szenen gestaltet sind, es bleibt doch Platz für ruhige und schöne Bilder, wie etwa bei der Spiegelübung, bei der Paare ihre Bewegungen synchron ausführen, oder bei der „Wunschliste“, bei der die Kinder ihre eigenen Wünsche benennen: „Eine Stadt für mich alleine“, „ein Ticket in die Türkei“,“ Ärztin“ oder „Millionärin“ werden, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Die vielen Umbauten werden schlicht mit einem gerufenen „Umbau“ überbrückt. Schließlich, beim Keller voller Feuerteufel, die break dance tanzen, kommt schon die Befürchtung auf, man müsse das Haus erneut von vorne durchsuchen, weil noch kein wirklicher Geist gefunden wurde: „Nicht wieder von vorne!“ Das Stück endet mit einem fulminanten lauten chorischen „DOCH!!!“ Nach gebührlichem Applaus gab es Blumensträuße für Künstlerin, Lehrerin und Programmleitung; die Kinder wurden mit (natürlich fair gehandelten!) Süßigkeiten ebenfalls liebevoll bedacht. So ging ein spannender und runder Theatervormittag zu Ende. Wir freuen uns jetzt schon auf die Präsentation der neuen dritten Klasse der Bonifatiusschule im kommenden Sommer im Gallus Theater!

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