Waldschule Obersthausen & Kulturhaus Frankfurt

Theater und Schule ist wunderbar, weil man sich gegenseitig neue Impulse geben kann und über den eigenen Tellerrand guckt.

Carola Moritz

SEIT: 2019/20
ANSPRECHPARTNER*IN:
Annette Wenner
Carola Moritz
ZIEL: TUSCH kann einen persönlichen Kontakt zu seinem Zielpublikum herstellen und Inhalte der Arbeit in der Schule können wiederum in neue Theaterproduktionen einfließen.

Projekt 2021

Schon bei Schuljahresbeginn war klar, dass es keine Theater-AG geben würde und die Theaterarbeit nur in einer „Kohorte“ (2 Klassen, die einen Verbund bildeten) stattfinden durfte. Wir planten mit diesen beiden Klassen ein Theaterstück nach dem Kinderbuch „Die dumme Augustine“ von Ottfried Preußler, das Thema ist Gleichberechtigung und es spielt im Zirkus, was ein dankbares Milieu schafft. Wir haben mit wöchentlichen Theaterstunden während der Unterrichtszeit mit Vorübungen und Grundlagenarbeit angefangen. Leider war dann ab November keine Arbeit vor Ort in der Schule mehr möglich aufgrund der hohen Corona Inzidenz im Landkreis Offenbach. Unsere TUSCH-Kooperation ruhte dann erstmal. Seit Januar hat die Schule WLAN, so dass die Künstlerin nun wenigstens virtuell vor Ort sein kann, mit kleinen wöchentlichen Videos mit Theaterübungen, die von allen Klassen der Waldschule genutzt werden können. Geplant waren im Dezember auch Gastspiele in der Schule mit dem Kinderstück „Ein Kater schwarz wie die Nacht“ von Henning Mankell, die erst einmal verschoben wurden. Wir hoffen, nach Öffnung der Schulen wieder live zusammenarbeiten und im Sommer ein Stück präsentieren zu können, live oder eben wieder als Film. Ob sich die Arbeit auf eine Klasse beschränkt, oder mehrere, vielleicht die ganze Schule mit einbezogen werden kann, hängt von der Entwicklung der Pandemielage und den behördlichen Vorgaben ab.

TUSCHpektakel 2021

Die Schüler*innen der Waldschule haben ihren eigenen Film erst am Vortag zum ersten Mal gesehen – 46 Kinder waren bei den Zirkusnummern beteiligt! Tiernummern mit Pferden, Delfinen und Giraffen, Raubkatzen und brennende Reifen waren in den FLEX-Klassen 1/2 zu sehen; bei Familie August ging es heiß her mit den Eltern im Homeschooling; beim Zahnarzt sitzt ein kaputtes Knie, ein anderer hat nur eine Zahnreinigung… Und was ist ein Zirkus ohne Akrobatik? Auch damit überzeugte das Video! Plus ein wenig Feminismus, wenn die neue Clown Augustine ruft: „Ich bin’s, deine Frau!“ und der alte August ruft: „Du warst toll!“ Unglaublich viele Szenen sind hier zusammengekommen und schön miteinander zu einem Video verknüpft worden – immer wieder staunt man darüber, wie Schauspie­ler*innen zu Filmkünstler*innen geworden sind!

Projekt 2022

Im dritten Jahr der Partnerschaft beschäftigt sich die Theater AG, die von einer Theaterlehrerin mit Assistenz und einer Künstlerin geleitet wird, mit einer Stückentwicklung nach dem Buch „Im Garten der Pusteblumen“ von Noelia Blanco und Valeria Docampo. Es handelt sich um eine poetische Geschichte über die Kraft der Wünsche und Träume. Entstehen soll eine Aufführung mit dem Schwerpunkt auf Bewegung mit choreographischen Elementen. Geplant ist ein Theatertag in der Schule, zum intensiveren Einstieg in das Thema. Die AG umfasst Schüler*innen der 3. und 4. Klassen; Aufführungen sind in der Schule und im Theater geplant. Die Partnerschaft ist auch in anderen Klassen der Schule aktiv. Beim START-Workshop ging es in insgesamt elf Flex-Klassen um die Gewichtung von künstlerischer Arbeit im Gegensatz zu anderer. Die Grille, die alle anderen Tiere im Sommer mit ihrer Musik unterhalten hat, steht im Winter plötzlich ohne Heim und Nahrung da. Werden die anderen Tiere, die im Sommer Vorräte gesammelt haben, ihr helfen? Geplant sind auch Vorstellungsbesuche der Schule im Kulturhaus bzw. Gastspiele des Theaters in der Schule, abhängig von der weiteren Entwicklung der Pandemielage.

TUSCHpektakel 2022

Hier war ein Bilder­buch („Im Garten der Pusteblumen“ von Noelia Blanco und Valeria Docampo) Grundlage der Theaterarbeit, eine poetische Geschichte um die Kraft der Wünsche und Träume. Um diese aber herauszufinden, mussten die Menschen erst einmal in einer Welt leben, in der es gar keine Wünsche mehr gibt. Die Geschichte selbst hat wenige Rollen. Sichtbar für das Publi­kum und als Teil der Inszenierung wechselt insgesamt sieben Mal die eigentliche Hauptrolle. Ebenso wurden chorische Elemente und Tanzeinlagen genutzt.

Zum „plot“: Zwei Fremde kommen ins Tal der Windmühlen und bringen die perfekten Maschinen; in dieser Perfektion gab es keinen Raum mehr für Wünsche. Aber es gab auch keinen Wind mehr, die Windmühle stand still. Doch eines Tages kehrt er, durch die Kraft von Anna und ihrem Wunsch nach Kreativität, zurück. Wundervoll gearbeitet: die Windmühle aus Kindern, der Vogelmann in seinem Anzug, die improvisierte Party und der Tanz am Schluss. Das Fazit: es braucht keine perfekte Welt! Alle Kinder waren gleichermaßen ins Stück involviert und haben kreativ zum Gelingen beigetragen. Es war ein Projekt der Kinder unter Begleitung der Spielleitung. Das Stück ist in einem geradlinigen Prozess gewachsen und hatte am 13. Juni seine Premiere mit großem Erfolg gefeiert: Die AG hat vor insgesamt 500 Zuschauer*innen verteilt auf fünf Vorstellungen gespielt.