Rudolf-Koch-Schule & TheaterGrueneSosse

Schule ohne Theater ist leer und farblos.

Anke Buschardt, DS-Lehrerin

SEIT: 2019/20
ANSPRECHPARTNER*IN:
Alla Trautmann
Detlef Köhler
WUNSCH: TUSCH ist eine riesige Inspiration und bietet einen anderen Blick auf Theater und Schüler.

Projekt 2021

Mit den START-Workshops konnten wir im Herbst an der Schule theatervermittelnde Workshops in den 5. Klassen (für je die Hälfte der Lerngruppe) durchführen. Ziel war, die Kinder für das Theaterspielen zu begeistern und ihnen – in Anbetracht der aktuellen Lage – möglichst inspirierende und motivierende Impulse zu geben. Die Schüler*innen sollen im Frühjahr eine Theatervorstellung des Partnertheaters sehen, ggf. als Gastspiel an der Schule oder digital. Unser Coaching für die Abiturient*innen im Fach Darstellendes Spiel musste pandemiebedingt in sehr kleinen Gruppen und mit Maske stattfinden. Trotzdem sind viele hochmotiviert und wollen sich gerne in DS prüfen lassen. Unser Schwerpunkt liegt auf spielpraktischen Übungen und umfasst je fünf Workshops zu den Themen Szenisches Schreiben, Spielerischer Umgang mit Text, Stimme/Sprechen/Körperliche Präsenz auf der Bühne, Figuren- und Szenenentwicklung. Die für Januar geplante Projektwoche für Schüler*innen der 6-8. Klasse zum Thema Krimi musste leider ausfallen. Im Mai erproben wir das OPEN AIR Format mit unserem Stück Sex, Drugs, Geschichte, Ethik und Rock ´n‘ Roll auf dem Schulhof.

TUSCHpektakel 2021

Der DS-Kurs Jahrgang 12, der sich theatral mit Gefühlen / Emotionen auseinandergesetzt hat, präsentierte eine Collage unter dem Titel Ganz schön turbulent! Beschäftigt dabei hat sie dies: Alle Menschen gehen sehr unterschied­lich mit den gleichen Gefühlen um. Kann man sie kontrollieren, einfangen, festhalten? Oder nicht? Der Beginn hat schon Gänsehautcharakter: Eine Frau blättert in einem Fotoalbum; zarte Szenen der Liebes- und Hochzeitsgeschichte mit ihrem Mann werden von Spie­ler*innen dargestellt, als langsam die Seiten des Albums immer leerer wurden und den Zu­schauer*innen ganz allmählich klar wird, dass dies auch die Geschichte der Demenz der Frau darstellt – eine wunderbare Leistung an Einfühlung in dieses Thema durch so junge Men­schen und eine sehr gelungene ästhetische Umsetzung. Aber auch Zeitkritik kommt zum Aus­druck, als eine Handy-App mit einem Armband zum Ein- und Ausstellen von Gefühlen wirbt oder einer „3-Stufen Euphorie“. Dazwischen immer wieder ernsthafte Fragen: „Verdiene ich es überhaupt, glücklich zu sein?“ und das statement am Schluss: „Wir sind keine Sklaven mehr unserer Emotionen!“ lässt vieles offen.

Ein weiterer DS-Kurs des Offenbacher Gymnasiums präsentierte mit dem Titel Wo zur Hölle ist das Jenseits? Beschäftigt haben sie sich mit vielen Fragen, hauptsächlich an­getrieben hat sie die nach dem Sein: „Wer bin ich“, „Wo bin ich“, „Was oder wer beeinflusst mich?“, „Gibt es ein Leben nach dem Tod?“, „Wie sieht das aus?“ Mit der Lichtmaschine ins Jenseits katapultiert, untermalt vom „Dies ira“ aus Mozarts „Requiem“ landen wir in der Hölle, in der alle durcheinander reden, Bewegungen machen, ein Chor entsteht. Übergang zu einer großen Party; der Konflikt eines Jungen mit seinem Vater tritt zu Tage. „Gebote“ wer­den auf den Köpfen der Darstellenden auf Pappen sichtbar: „Helfe, wo du kannst“, „Sei ge­recht“, Verletze niemanden“, „Liebe deinen Nächsten“, „Breche kein Versprechen“. Men­schen werden stumm in Folie gewickelt, eine Stimme aus dem Off verliest einen poetischen Text. Durch die sehr vielfältige Formensprache und die kraftvolle Umsetzung innerer Kämpfe brachten die Schüler*innen viel Präsenz und Körperlichkeit auf die Bühne und überzeugten das Publikum, auch dadurch, dass das Jenseits nicht so pessimistisch dargestellt wurde wie vielleicht erwartet: Das Ende lässt Raum auch für Hoffnung.