Johanna-Tesch-Schule & theater et cetera

Theater und Schule ist eine großartige Sache und Chance den Schulrahmen zu überschreiten.

Lisa Hoppenworth

SEIT: 2019/20
ANSPRECHPARTNER*IN:
Anette Günter
Georg Bachmann
ZIEL: Die Kreativität in jedem von uns finden.

Projekt 2021

Ein erstes Kennenlernen des Theaters und der Schule im Aufbau fand im Oktober bei den START-Workshops statt. Drei sechste Klassen waren daran beteiligt. Im Bewegungsraum der Johanna-Tesch-Schule erlebten die Kids, was Körpersprache bedeutet. Weiter geht es ab dem 01.03.21 mit jeweils zwei halben Klassen. Der Theaterkünstler wird zusammen mit einer Lehrerin mit den Gruppen zwei unterschiedliche ästhetische Zugänge zu einem Märchen erarbeiten. Was passiert, wenn beide Gruppen aufeinandertreffen, welche Sprache haben sie gefunden?

TUSCHpektakel 2021

Die Schüler*innen der Johanna-Tesch-Schule konnten zunächst einiges dazu sagen, was ihre Schule als besonders auszeichnet: „Wir halten zusammen.“ „“Wenn einer nicht mit­macht, schaffen es die andern auch nicht.“ „Wir haben nette Lehrer, die kümmern sich wirk­lich um uns.“ Die relativ neue Schule im Frankfurter Stadtteil Bockenheim beschult bis zu diesem Schuljahr lediglich die Jahrgänge 5 und 6. Als Ergebnis der Zusammenarbeit, an der drei sechste Klassen beteiligt waren, wurde ein Film gezeigt, der einerseits die Theaterpro­ben, die schließlich im Wechselunterricht stattfinden konnten, zum Thema hatten und die einen guten Einblick in die Handschrift des Künstlers gaben. Andererseits gab es eine clowneske Parallelgeschichte von drei Schüler*innen, die mit enormem Aufwand das schier nicht enden wollende Gebäude durch das Treppenhaus erklommen. Der Wechsel dieser bei­den Szenerien machten das Betrachten des Filmes spannend, die Handlung das Erklimmen zum Thriller. Untermalt von dramatischer Musik wurde die Sophien-Schule eingeblendet – das Gebäude in dem sich jetzt die IGS befindet. Die Überschrift des ganzen Videos lautet: „How to overcome the fear to express yourself is …? Express yourself!! Mit Bergstei­ger*innenequipment beginnt die Expedition nach oben. Am Schluss: die 30. Etage!

Projekte 2022

Hinter den Masken Ausgangspunkt für die Szenerie ist der Pausenhof der Schule. Schreiende Kinder, Ball spielen, Fangen spielen, zusammen Stehen, Masken tragen, einen Streit schlichten, toben oder auf der Bank sitzen … Ein Pausenhof wie an jeder anderen Schule auch. Hier sind die handelnden Akteur*innen Kinder der 6c der Johanna-Tesch-Schule mit ihren persönlichen Geschichten, die in dem Theaterprojekt sichtbar werden. Da träumt ein Junge von seinem Lieblingsplatz im Wald, ein anderer ist mit seinem Lieblingsverein beschäftigt, ein Mädchen denkt an ihren verstorbenen Vater, wieder eine andere glaubt an ihre Willenskraft und dass sie alles schaffen kann. Da ist der Junge, der Angst vorm „Übergeben“ hat, ein anderer erkennt, dass er zu 80,63 % faul ist, aber nicht beim Zocken. Wieder ein anderer hatte mal so eine Phase, wo er gar kein Selbstbewusstsein hatte. Ein Mädchen sucht für sich die Helligkeit von früher und findet sie manchmal in ihrem Zimmer, wenn sie Musik hört. Der Junge in der Ecke hat schon wieder Bauchschmerzen, die sich anfühlen, wie wenn jemand ein Brotmesser in ihn reinrammt. Und dort drüben steht das Mädchen mit dem Zettel und dem Stift in der Hand, damit beschäftigt ihr Leben zu planen und wann sie was gemacht haben muss. Kleine Geschichten, kurze Draufblicke bis zum nächsten Gong. Und dann ist der Platz wieder leer, wo eben noch Kinder hinter Masken tobten. Die Partnerschaft im zweiten Jahr hat bereits im ersten Halbjahr ein Theaterprojekt abgeschlossen.

TUSCHpektakel 2022

„Hinter den ‚Masken‘“ ist eine Arbeit der Klasse 6c (Winterstein) der Johanna-Tesch-Schule in dem Fach „Projekt Ästhetik“ zusammen mit dem theater et zetera, die bereits zum Ende des ersten Schulhalbjahres entstanden ist und für heute wiederaufgenommen wurde. Nach Theater kam im zweiten Halbjahr Kunst für die Wintersteins. Die Schüler*innen haben zum Thema „Meine Zukunft“ gearbeitet und ihre Texte szenisch bearbeitet, wobei erst ein­mal klar wurde, dass Theatersprache gar nicht so viel mit gesprochener Sprache zu tun hat. Was aber zunächst irritierend erschien, wurde schnell zu einem neuen und erweiterten Ver­ständnis von „Sprache“. Alles Material, das die Kids zeigten, haben sie selbst erfunden, teils in Einzelarbeit, aber meist in Gruppen. Dass für die Produktion dann doch eigene gespro­chene Texte ein Bestandteil des Stücks wurden, hat die Kids sehr motiviert.

Die Probenzeit war recht kurz, von daher fiel es den Schüler*innen teilweise schwer, die Abläufe der doch recht abstrakten Szenenfolgen zu erinnern. Ein Mädchen erlitt bereits im Vorfeld im Zuschauer*innenraum eine Art Asthma-Panikattacke, die sich, nach augen­scheinlicher Beruhigung, auf der Bühne dann fortsetzte. Kein Wunder, dass da der Spielleiter voller Sorge einsprang! Er half auch danach vom Bühnenrand aus. All diese Aktionen brach­ten die Kinder, deren erste Präsentation ja bereits ein halbes Jahr zurücklag, doch ein wenig durcheinander. Die Präsentation basierte ganz auf Standbildern, die sich immer wieder neu formierten. Die vielfältigsten Formen der Masken kamen vor: die Medizinische, der Mund-Nasenschutz, die Theatermaske, aber auch die Gesichtsmaske. „Schule ist scheiße“ – Kinder berichten in Bildern von ihren Alltagserlebnissen. Eine Person ist immer zu Anfang auf der Bühne, der Rest gesellt sich dann dazu, bis wieder ein Tableau entstanden ist. Zu Ende des Schuljahres gab es vom Künstler noch einen Clowns-Workshop für alle Interessierten Schü­ler*innen, finanziert vom Förderverein der Schule: Das Ergebnis wurde mehrmals in der Schule aufgeführt und war ein voller Erfolg!