August-Bebel-Schule & Schultheater-Studio

Schule und Theater sind wie ..

SEIT: 2021/22
ANSPRECHPARTNER*IN: Monika Lipgens
Martina Back
Marco Schkoda

Projekt 2022

Sehr geehrte Damen und Herren: Neue Marmeladenglasmomente, Seligenstadt, Russland oder zukünftige Ort? Sind diese alle auf der Erde und wenn nein, gibt‘s da Wasser? – Jede Heimat ist halt anders. Da war es, unser Thema das viertletzte Wort des letzten Satzes: H E I M A T. Wo ist diese, ist sie dort, wo sich Fremde auf der Straße grüßen oder vielleicht wo meine Freunde sind? Für die Eine ist sie auf der dunklen Seite der Erde, für den Anderen im Spotlight auf der Bühne. P.S. Die Heimat der Wut ist Twitter! Da haben die Künstler und Künstlerinnen nice verrückte, vielfältige Ideen. Im ersten Kooperationsjahr zwischen dem Schultheater-Studio und dem Beruflichen Gymnasium der August-Bebel-Schule Offenbach beschäftigen sich 18 Darsteller*innen der Q1 / Q2 im DS-Unterricht mit performativen Spielformen und den Themen Nah und Fern, Suchen und Finden, Fremde und Heimate

TUSCHpektakel

Ernster, jedoch nicht weniger phantasievoll ging es bei der nächsten Präsentation zu: Der DS-Kurs der August-Bebel-Schule hat zum Thema „Heimaten“ mit dem Schultheater-Stu­dio zusammengearbeitet. Es begann mit einer Kinoszene auf der Leinwand, eingeblendet eine sich drehende Weltkugel, der Titel „Heimaten“, dann „Erde“. Viel chorisches Sprechen war zu hören (auch als Kommentar zum Kommentar), viel Bewegung auf der Bühne, viele Gedanken der Einzelnen, was Heimat für sie selbst sei, aber auch für die Gesellschaft. Die Spieler*innen tragen verschiedenfarbige Shirts, die kennzeichnen ihre Sprechgruppen. Im Mittelpunkt der Präsentation steht die Geschichte einer Flucht, in deren Mittelpunkt wiede­rum ein Mädchen steht. Sie berichtet über Heimat, Verhaftung und Flucht. Die anderen Spie­ler*innen stellen stumm das da, was sie erzählt. Nach und nach „sterben“ alle Menschen auf der Bühne, alleine sie bleibt übrig und setzt ihren Monolog über die Vertreibung und das Fin­den einer neuen Heimat fort, bleibt dabei an der Erde sitzen. Während dessen spielen die anderen eine hektische Busfahrt, steigen aus, hetzen, im Hintergrund tickt laut eine Uhr. Ein Junge gibt dem an der Erde sitzenden Mädchen seine Jacke. Die Szene löst sich auf, nachei­nander kommen die Spielenden vor und halten kurze Monologe: Heimat ist individuell, man kann mehr als eine Heimat haben, Heimat gibt Kraft, Heimat hat nichts mit DNA oder Vor­fahren zu tun, Heimat kann auch ein Geräusch oder ein Geruch sein, Heimat ist Sicherheit. Nach einem BLACK geht es wieder frohsinnig weiter; es wird sich umarmt und getanzt, ver­schiedene Gefühle dargestellt; die Freude überwiegt am Schluss. Das Publikum war bewegt und begeistert, was anhand des sehr engagierten Nachgesprächs auch noch intensiviert wurde.