Home Navigationspfeil Presse über uns Navigationspfeil Frankfurter Neue Presse vom 23.06.09

Was passiert, wenn Schulen Theater machen

Nordweststadt. Tusch. Das bedeutet Theater und Schule und ist ein Projekt zur Förderung und Festigung von systemischer, langfristiger und nachhaltiger Zusammenarbeit zwischen Schulen und Theatern. Wie unterschiedlich und vielfältig Theater mit Schülern sein kann, erlebten die Teilnehmer des Tuschspektakels, bei dem die Ergebnisse der Zusammenarbeit vorgestellt wurden.

Die jüngsten Schauspieler waren gerade einmal sechs Jahre alt, die ältesten haben bald das Abitur vor sich. Grund-, Haupt-, Real- und Förderschüler nehmen an dem Projekt teil, ebenso wie Integrierte Gesamtschulen und Gymnasien. Auch die Theaterszene ist bunt gemischt. Das Schaupiel Frankfurt ist Kooperationspartner, aber auch viele freie Theater machen mit. Mit Tanzplan 21 ist das Tanztheater vertreten.

Es gibt Clownstheater, Musiktheater und Performances wie einen «Walk Act». Es wird experimentiert mit Video, das Wu Wei Theater begibt sich mit den Schülern ihrer Partnerschule auf den Weg, Räume und deren Wirkungen zu erforschen. Antagon macht mit Schülern der Viktor-Frankl-Schule Aktionstheater ohne Sprache aber mit viel Wind, Schüler der Intensivklasse von der Salzmannschule spielen in vier afrikanischen Sprachen. Durch ihr präzises Spiel und ihre Bühnenpräsenz verstehen die Zuschauer dennoch alles, nicht zuletzt durch den Einfluss von Alexander Brill, der mit «theaterperipherie» das Partnertheater repräsentiert und der selbst mit ähnlichen Mitteln arbeitet.

Aber auch die Auseinandersetzung und zeitgemäße Umsetzung von Klassikern fehlt nicht: Schiller, Brecht und Shakespeare wurden als Steinbrüche für die eigene Theaterarbeit genutzt. Bei vielen Darbietungen der Schüler ist die Handschrift der Partnertheater deutlich zu erkennen, was eines der Ziele von Tusch ist.

Die Gespräche, die den Präsentationen jeweils folgten, zeigten auch: Die Zusammenarbeit mit Theaterkünstlern hat den Schülern viel Spaß gemacht. Eine Ausstellung im Foyer des Theaters stellte die Partnerschaften in ihren Arbeitsprozessen dar und dokumentierte, was die einzelnen Theater und Schulen über die heute gezeigten Präsentationen hinaus miteinander verbindet. Das Projekt Tusch geht im nächsten Schuljahr zuversichtlich in die dritte Runde, freut sich Gundula van den Berg von der Projektleitung, die die Partnerschaften auch weiterhin betreuen wird.