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Theater macht weiter Schule

Kooperationen stellen ihre selbst entwickelten Stücke im Schultheater-Studio vor 

Das Projekt TUSCH (Theater und Schule) ist in die vierte Runde gegangen. 

Nordweststadt. Um die gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung des Theaters zu sichern und weiterzuentwickeln, muss Theaterspielen wie Musik und Bildende Kunst in der Allgemeinbildung verankert werden. Genau das ist das Ziel von „Theater und Schule“ (TUSCH)- Neu ist allerdings, dass alle Partnerschaften Gelegenheit erhalten haben, ihre Arbeit mit einem Intensiv-Workshop zu beginnen. Theaterkünstler, Lehrer und Schüler lernen einander kennen und üben gemeinsam den Umgang mit den Mitteln des Theaters.
An drei Präsentationstagen stellen sich die Partnerschaften durch ihr Spiel vor und kommen untereinander erstmalig ins Gespräch. Fünf Gruppen hatten sich dazu im Schultheater-Studio eingefunden, dessen Leiter Joachim Reiss das Projekt initiiert hat. Die Sophienschule, die bereits im zweiten Jahr eine Stadtteil-Partnerschaft mit der Dramatischen Bühne pflegt, zeigte einen Rollentausch. Eine Schülerin schlüpfte in die Rolle der Künstlerin und machte mit 20 Freiwilligen aus dem Publikum Aufwärmübungen, die sie im Workshop kennen gelernt hatte. Eine weitere Improvisationsleistung kam von den Schülern der Klasse 8a der Friedrich-Ebert-Schule, die mit dem Schauspieler von THEATEReMOTION auf der Bühne eine Szene völlig neu entwickelte. Etwas leichter hatten es da die mehr als 40 Zwölftklässler der Carl-Schurz-Schule, die mit dem Schauspiel Frankfurt kooperieren. Sie zeigten eine chorisch ausgearbeitete Rezitation der „Zehn Gebote“. Mit einer ebenso großen Gruppe arbeiten die Lehrerin der Carlo-Mierendorff-Schule und die Schauspielerin der Katakombe: In ihrem selbst erdachten Schattentheater zeigte sich, wie die Fächer Bildende Kunst, Musik und Theater miteinander in Verbindung gebracht werden können. Selbst gestaltete Plakate und Scherenschnitte sowie selbst komponierte Musik machten deutlich, auf welch kreative Weise die Sechstklässler miteinander arbeiten.
Um Kreativität, dieses Mal in Hinblick auf Sprache und Tanz, ging es bei den Schülern der Salzmannschule, die zum Teil erst seit kurzem in Deutschland leben. Sie zeigten drei Szenen, die sie mit dem Theaterpädagogen der theaterperipherie im Workshop entwickelt hatten: Eine auf Deutsch, eine auf Englisch und die dritte nur mit den Mitteln des Körpers. Noch einmal gab es viel Beifall; dann duften die Akteure nach Hause gehen, und die Spielleiter reflektierten und diskutierten mit der Projektleiterin Gundula van den Berg über ihre Arbeit und die weiteren Schritte in dem sich ständig weiterentwickelnden und lebendigen Projekt TUSCH.
 

Frankfurter Neue Presse, 5.11.2010