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 Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 18.01.2008

"Theater machen Schule – und umgekehrt

Ein kurzer, knackiger Tusch der Bläserklasse zu Beginn – passender hätte die erste Veranstaltung des Projektes ‚Theater und Schulen werden Partner’ (‚Tusch’) nicht beginnen können. Nach dem Beginn der Frankfurter Initiative im vergangenen Jahr wurden nun im Schultheater-Studio erste Ergebnisse präsentiert: Schülerinnen der Kasino-Schule in Höchst zeigten ihr mit den Fachleuten vom Theaterhaus erarbeitetes Kurz-Theaterstück aus eigener Feder; die Mädchen der August-Bebel-Schule in Offenbach führten eine improvisierte Szene zum Thema Rausch auf, die gemeinsam mit dem Schauspiel Frankfurt vorbereitet wurde. Oberstufenkurse derselben Schule demonstrierten anhand mitgebrachter Werke, wie sie mit Kulissen zum Theaterstück ihrer Schulkooperation beitragen werden. Und beim Improvisationstheater standen Schülerinnen der Lindenauschule in Hanau gemeinsam mit einer Schauspielerin vom Freien Schauspielensemble als Familie auf der Bühne. Das Publikum aus Vertretern der beteiligten Schulen und Theater war begeistert. Es funktioniert: Ganz normale Schulklassen arbeiten mit dem echten Theater zusammen.

‚Der heutige Tag hat eine Vorgeschichte von neun Jahren’, sagt Joachim Reiss, Leiter des Schultheater-Studios. Damals erschien in der Zeitschrift ‚Spiel und Theater’ der Bericht über die erste, in Berlin frisch gestartete ‚Tusch’-Initiative. Die Frankfurter können sich auf eine noch aktuellere Aussage für ihr Projekt berufen: Auf den Abschlussbericht der Enquete-Kommission ‚Kultur in Deutschland’ vom Dezember vergangenen Jahres. Darin heißt es: ‚kulturelle Bildung wird für die Zukunft immer wichtiger, und dazu gehören vor allem Kooperationen zwischen Schülern und Künstlern.’ (...)

Das Team (in Frankfurt, G.v.d.B) selbst besteht aus drei Mitarbeitern und sieht sich als eine Art Agentur oder zentrale Anlaufstele für interessierte Schulleiter und Theatermacher. ‚Mit Tusch wollen wir dazu beitragen, dass in der Schullandschaft dauerhafte, nachhaltige und flächendeckende Strukturen entstehen’, sagt Reiss. Dabei sei am wichtigsten, dass die beteiligten Institutionen auf höchster Ebene kooperieren. So gelinge es auch, Druck von betreuenden Lehrkräften zu nehmen, die ins Theaterprojekt investierte Schulstunden rechtfertigen müssten.

(...) man hoffe auf die Vorbildfunktion der bestehenden Kooperationen. Schließlich zeichne sich in den Schulen ab, dass Schüler, die in den Theaterprojekten aktiv sind, sich auch im Unterricht wacher, interessierter zeigen. Auch die Theater versprechen sich viel: Einblick in die ästhetischen Vorstellungen der Jugendlichen und in die Themen, mit denen sie sich beschäftigen. Schließlich sind sie das Publikum von morgen. (...)

Für Frankfurt sollen sowohl einzelne Theaterprojekte als auch längerfristige Schulkooperationen nach und nach an allen Schulen entstehen. Neben den fünf bestehenden Zusammenschlüssen soll es demnächst einen des Antagon-Theaters mit einer Förderschule geben."

Katharina Wiegert / Zitate: Gundula van den Berg